Schirmherrschaft unter Wilhelm IV
Ein erster, bescheidener Allianzkreis entstand 1851 in Berlin, zwei Jahre später ein
weiterer in Hamburg. Diese Kreise entwickelten sich zu einer starken Allianzbewegung.
Eine große, internationale Allianzkonferenz 1857 fand in der Berliner Garnisonkirche
statt, an der fast 1000 Theologen und 300 Laien teilnahmen.
Der überzeugte Lutheraner Friedrich von Maltzan aus Rostock hatte den deutschen
König gewarnt, die kirchliche Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden
zu fördern, weil dies dem Christentum Schaden bringen würde. Doch Friedrich
Wilhelm IV. übernahm die Schirmherrschaft über diese Konferenz, nahm an ihr teil
und lud die Teilnehmer auf sein Schloss nach Potsdam ein.
In seinem Antwortschreiben an Friedrich von Maltzan schreibt er: „Dabei bekenne
ich furchtlos und auf die Gefahr hin, von protestantischen Eiferern für einen Teufelsbraten
gehalten zu werden, dass ich weder an eine reformierte Kirche, noch an
eine lutherische Kirche, noch an irgend eine besondere Kirche glaube. Ich glaube
allein an die Kirche, welche ich mit der Christenheit in jedem Gottesdienst bekenne,
nämlich an die eine, heilige, apostolische Kirche. Nicht trennen jetzt, sondern einigen
- durch Glauben in Liebe.“
Der König von Preußen war an einer Erweckung und Aktivierung der Kirche sehr
interessiert. Das Fortschreiten der EA in Deutschland ist daran abzulesen, dass
es der „Neuen Evangelischen Kirchen-Zeitung 1859 ohne Mühe gelang, innerhalb . . .
